#11

Manchmal wächst man im Schlaf, so ganz urnatürlich. Man schläft und dann wacht man auf und plötzlich ist man zwei Meter größer oder zwanzig Jahre älter, so von innen und das spürt man auch, nur man sieht es nicht gleich, von außen, und das ist auch ok so. Ich stehe vor dem Spiegel und versuche zu erkennen, wo die Linien sind, die Linien der letzten Jahre, oder die kleinen Ecken, die die Zukunft andeuten, das Blitzen in den Augen, das mir verrät, was ich als Nächstes vorhabe. Denn: Ich weiß es nicht. Ich weiß es nie, meine Pläne brechen aus … #11 weiterlesen

#10 Von Videos, Wut und Pflaumenkuchen

Gestern habe ich ein Video gesehen, an das ich mich extra für diesen Text erinnere. Würde ich nicht hier sitzen und schreiben und denken, es sei wichtig, darüber zu schreiben, hätte ich die Erinnerung daran schon längst in den Papierkorb geworfen. Aber ich sitze nun mal hier und schreibe und weiß, es ist wichtig darüber zu schreiben. Also erinnere ich mich. Das Video wurde in Chemnitz aufgenommen und ein bisschen hoffe ich, dass in einem Monat, wenn dieser Text erscheint, niemand mehr weiß, was das bedeutet. „Was war da nochmal los in Chemnitz?“, würden die Leser und Leserinnen dieses Textes … #10 Von Videos, Wut und Pflaumenkuchen weiterlesen

#9 Hackbraten mit Brockenblick

Oma besuchen und Hackbraten essen ist eins der Dinge, die ich viel zu selten mache, seitdem ich erwachsen bin. Früher haben wir immer gesagt: Alle Omas wohnen in der Weststadt. Jetzt ist es nur noch meine. In einem Hochhaus ganz oben. Wenn sie sich anstrengt, kann sie vom Balkon aus sogar den Brocken sehen. „Mit der 3 kann ich ja ganz bequem durchfahren!“, sage ich als wir am Tisch sitzen und Oma nickt: „Stimmt, da musst du ja nur bei dir einsteigen und bei uns wieder aussteigen. Das geht ja ohne Probleme!“ Stimmt. Der Hackbraten sieht aus, wie Hackbraten aussieht … #9 Hackbraten mit Brockenblick weiterlesen

#6 Für die Menschen, die ich liebe.

Mein Leben sieht ja ungefähr so aus: Furchtlos renne ich in den dunklen Teil des Waldes, stolpere über einen Ast, treffe ein, zwei Riesenspinnen, sage ihnen freundlich guten Tag und lande – rumsdibums – in der peitschenden Weide. Und da hänge ich dann und komme nicht mehr raus und dann merke ich, dass meine Lage offenbar alles anderes als vorteilhaft ist und dann brülle ich ganz laut: „Hallo! Könnte mir mal bitte jemand helfen?“ Und ihr seid gerade beim Sport oder bei der Arbeit oder neben irgendeiner superheißen Person und ihr habt jetzt echt keine Zeit. Aber ich brülle so … #6 Für die Menschen, die ich liebe. weiterlesen