Transmissions – Ein Abend der Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes

Liebes Publikum,

am 11. und 12. September zeigt die artblau Tanzwerkstatt unter dem Titel “Transmissions” Arbeiten einiger Stipendiaten des Heinrichsstipendiums. An den beiden Abenden werden die unterschiedlichen Handschriften der Künstler_innen nebeneinander gestellt, um dem Publikum die Vielfalt der choreografischen Ästhetiken des zeitgenössischen Tanzes vorzustellen. 

Folgende Arbeiten werden gezeigt: 

Bloom | Clarissa Rêgo

Bloom entwickelt seine Kraft aus seiner konzentrierten Form. Im minimalem Setting zeigt die Performance einen Körper, der sich im Spannungsfeld seiner privaten, sozialen und politischen Bedingungen und im Auge seiner Betrachter_innen beständig verändert. Exponiert auf einem Holzgestell und im Licht von drei Scheinwerfern werden sowohl seine Stärke als auch Verletzlichkeit sichtbar.

The Visitor (Part 2) | Zoe Gyssler

„The Visitor (Part 1)“ ist ein kurzes Stück, das auf „The Visitor (Part 2)“ aufbaut. Während erster die Grenze zwischen Täter und Opfer in abstrakter und bizarrer Form hinterfragt, verwendet letzterer eher die Werkzeuge des Geschichtenerzählens. In dieser Version sind das Opfer und sein Täter zwei Charaktere, die sich auf der Bühne treffen, aber von einer Person interpretiert werden. „The Visitor“ (Teil 1 & 2) und „The Village“ sind drei kurze Stücke, die Teil des „The Villager“ sind, einer Forschung über das Leben in Dörfern. Die Arbeit basiert auf der Kreation von fiktiven Figuren und der Beziehung zwischen ihnen, die durch Improvisation und Instant Composition geschaffen werden.

Wind and Self, lecture performance 2020 | Jan Rohwedder

Durch meine Nachforschungen zum Körperbewusstsein, welches in westlichen Traditionen begründet liegt, sich aber außerhalb des eigentlichen Körperumfeldes befindet, wurde mein Interesse geweckt ein Stück zu diesem Thema zu konzipieren. In “Wind and Self” wird die Perspektive, sich selbst in den Grenzen seines Körpers zu befinden, dem Konzept eines lauernden äußeren Erwachens gegenüber gestellt. Hierbei befindet sich der durchlöcherte Körper immer im Austausch mit dem wachsamen. Durch diesen erweiterten Blick auf den menschlichen Körper, welcher sich wie ein Cluster aus unterschiedlichsten Facetten zusammensetzt, wird die starre Sicht auf eben diesen durchbrochen.

timetraces – skizzen spuren schichten | Anna Huber und Martin Schütz 

Anna Huber und Martin Schütz verbindet eine über 20-jährige Zusammenarbeit für zahlreiche Bühnenstücke, raumspezifische Performances und Improvisationen. In einer von tiefer Verunsicherung geprägten Zeit begegnen sich Tänzerin und Musiker in der unmittelbaren Intensität der Improvisation, wagen sich auf unbekanntes Terrain und kreieren flüchtige Bewegungs- und Klangskizzen, die in ihrer physischen Präsenz ebenso intensive wie fragile Momente der Wahrnehmung schaffen. Wie präzise Seismographen loten sie die Schwingungen im Raum in stetiger Transformation und in prekären Balancen aus. Welche sichtbaren und unsichtbaren flüchtigen Spuren hinterlassen Bewegung, Klang und Präsenz im Raum und in der Erinnerung?
Dies ist nicht eine Zeit, um irgendetwas zu vollenden. Dies ist eine Zeit für Fragmente. Marcel Duchamps

Im Garten, im Licht – Eine Lesung | Dennis Deter 

Nachdem ich in meiner Tätigkeit als Choreograf und Dramaturg vermehrt eigene Texte für Stücke verfasste (zuletzt für u.a. „Three Cheers To Existence“ und „Eine Geschichte Der Welt“) begann ich Kurzgeschichten zu schreiben, die eigenständig und außerhalb des Theaters existieren können. „Im Garten, im Licht“ ist die fast wahre Geschichte der ersten Wiederbelebungsmaßnahme durch Elektrizität.

 

(Foto: Blanca G. Terán, Szene aus “Bloom”)