Das ist das Programm der diesjährigen TanZzeit!

03. | 04.10.19 | 20 Uhr

Programm – TanZzeit Part III

Grenen (UA) | Giovanni Visone 

Auf dem Planeten Erde gibt es ein einzigartiges Phänomen, ein besonderes Naturwunder, das einer fest definierten Linie entspringt, an der zwei unterschiedliche Meere sich treffen und aufeinanderprallen. Grenen wird die Landzunge an diesem magischen Ort genannt. Die Nordsee, ein ruhiger und geduldiger Geselle, trifft dort auf den rastlosen Geist der Ostsee. Grenen ist wie die Magie der Arbeit eines Tänzers. Der schmale Grad zwischen einer Vorstellung und einer Probe. Die Transformation des Tänzers auf der Bühne zum Athleten und Künstler. Mit der Darstellung dieser schmalen Linie, die alltäglich in der künstlerischen Welt eines Tänzers existiert, bekommt das Publikum die Möglichkeit, den langen Prozess zu verstehen, der hinter der Bühne und im Ballettsaal abläuft, der die Magie und das Phänomen auf der Bühne entstehen lässt.

 

(Fotografin: Antonia Visone)

 

Mañana mañana (UA) | Lilit Hakobyan

Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren, nicht wahr []? Ja, ja, wir sind Zauberer.“ (aus Samuel Beckett´s “Warten auf Godot”)

Lilit Hakobyan erzählt von Menschen, die ihr ganzes Leben auf etwas warten, sie erzählt, was passiert, während sie warten. Lange Stille, lange Gespräche … Was tun Menschen aus Langeweile heraus oder wenn sie eine lange Zeit miteinander verbringen? … lügen, sich streiten, sich lieben, hassen, sich wertschätzen, weinen, vergessen, missverstehen, alleine fühlen, weiter machen, immer weiter machen, um zu fühlen, dass sie existieren? 

(Fotograf: Giovanni Visone)

 

Oscar | Alina Jaggi und Joshua Haines

Aus der goldenen, glamourösen Welt, in der alles möglich ist, bricht Oscar aus und sucht seinen Weg fern ab von Hollywood´s Walk of Fame. Er ist es leid, von einem Star zum nächsten weitergereicht zu werden und beschließt, eigene Wege zu gehen. Doch bald merkt er, dass auch auf diesen Wegen, sein Handeln von außen bestimmt wird. Sind seine Träume wirklich seine Träume oder die eines typischen Verbrauchers, dem es einzig um das Konsumieren geht? Bildfetzen von Heimat und Herkunft suchen Oscar heim, immer wieder bricht er aus, findet kurze Momente des Ausatmens, doch im nächsten Augenblick ist er wieder eingezwängt in gesellschaftlichen Normen. Gibt es einen anderen Weg?

(Fotograf: Rolf K. Wegst)

 

Moody and The Helper | Chris Jäger

Die Choreografie bringt ein kurzes Drama über den Umgang zweier Persönlichkeiten mit Schmerz und Verlust auf die Bühne. The Helper ist eine sensible gute Seele, die, indem sie anderen hilft, vom eigenen Schmerz ablenkt. Moody wiederum gibt sich seiner Wut und seiner Frustration gänzlich hin. Wer geht verloren? Wem geht’s am Ende wieder gut? Die tänzerische Studie ist kurz, töricht und authentisch, ungewöhnlich, aber ehrlich. 

(Foto: Archiv)

 

Passionfruit | Robert Robinson

Eine Erinnerung aus der Vergangenheit dringt ins Hier und Jetzt, löst ein Gefühl der Nostalgie aus, setzt Dopamin frei. Gerade Musik hat dabei eine besondere Bedeutung, vor allem wenn sie verschiedenen Epochen entspringt und durch Generationen getragen wird. Robert Robinson greift auf einen Song aus seiner Kindheit zurück. Einen Song mit dem er aufgewachsen ist. Damit zu arbeiten, verleiht dem Gefühl der Nostalgie eine neue Bedeutung und verbindet Vergangenheit und Gegenwart.

Can you feel (UA) | Robert Robinson 

Bewegung in einem Zustand der Euphorie hat etwas Reines und Schönes an sich. „Ich tanze oft in meiner Wohnung herum, um dieses Gefühl und diese Emotion hervorzurufen.“ Manchmal, wenn wir durch unsere täglichen Routinen rasen, vergessen wir uns zu fragen, wie wir uns eigentlich fühlen und geben uns keine Zeit, eigene Reaktionen wahrzunehmen. Die Choreografie erschafft einen Moment des Innehaltens, um Raum für Bewegung und Emotion zu geben.

 

Die Linse (UA) | Nikita Zdravkovic

Vivian Maier verlor schon in der frühen Kindheit ihren Vater und wuchs in isolierten schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach dem Umzug nach Chicago arbeitete sie als Kindermädchen und widmete sich der Fotografie, mit deren Hilfe sie das Wesen der Menschen und seine Natur studierte. Neugierig versuchte sie, sich über ihre Rolle in der Gesellschaft klar zu werden. In ihrem Leben hat sie nie jemanden an ihrer Kunst teilhaben lassen – war dies Schüchternheit oder Angst vor Kritik? Sie ist ihr Leben lang nicht aus dem eigenen Schatten hervorgetreten und hat trotzdem der Welt ihre lebendigsten Erinnerungen hinterlassen. Hat sie ihre Kunst erschaffen oder hat ihre Kunst sie erschaffen?

 

(Fotografin: Victoria Grasmugg) 

 

Eine Veranstaltung des LOT-Theaters im Rahmen von Tanzstelle Braunschweig | Technik: Technik Team vom LOT-Theater | Abendregie: Liv Wachtel | Konzeption: Bettina Stieler, Christian Blossfeld, Stefani Theis

Tanzstelle Braunschweig wird gefördert von der Stiftung Niedersachsen, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der Richard-Borek-Stiftung

Karten für beide Abende gibt es  HIER.

(Foto: Antonia Visone / Grafik: Susanne Hesch)