Fr 16.10.09 | Sa 17.10.09 | 20 Uhr

Eintritt: 11 Euro / erm. 8 Euro

Fräulein Wunder AG >
Power of Pussy. Eine unendliche Geschichte des Feminismus

KARTEN RESERVIEREN

Der legendäre Tomatenwurf von Sigrid Rüger löste 1968 die zweite Welle der Frauenbewegung aus. Doch wie weit flog die Tomate wirklich? fragt sich die Fräulein Wunder AG und begibt sich auf eine skurrile Zeitreise durch die Geschichte des Feminismus: Vorbei an Blaustrümpfen und Suffragetten zu BH-Verbrennungen und Masturbationskreisen, zurück zu Eva und der Frucht der Erkenntnis. Von den Demonstrationen gegen den Paragraph 218 zu Ursula von der Leyens Erziehungspolitik, zurück zu Valerie Solanas Männervernichtungsphantasien und Alice Schwarzers PorNo!- Kampagne. Doch weder mit Judith Butlers „Gender Trouble“ noch Charlotte Roches Feuchtgebietsforschung kann die Geschichte zu Ende erzählt werden, denn die Frage: Wie gleichberechtigt leben, arbeiten und lieben? bleibt ein Zukunftsprojekt.

Als Gegenentwurf zu normativen Theaterstrukturen erfindet die Fräulein Wunder AG mit jedem Projekt neue experimentelle Versuchsanordnungen des künstlerischen und kollektiven Arbeitens, in denen ästhetische Gegenwart und soziale Gemeinschaft ineinander wirken. Fräulein Wunder AG transformiert in ihren Performances Wissensvermittlung und dokumentarische Sozialstudie in unterhaltsame, filmische und theatrale Bilder und Aktionen, die den Anspruch haben, intelligente Popkultur zu sein.

Von und mit der Fräulein Wunder AG: Anne Bonfert, Melanie Hinz, Verena Lobert, Vanessa Lutz, Malte Pfeiffer, Carmen Waack. Ausstattung: Verena von Knyphausen. Lichtdesign: Christian Meinke. Video: Gernot Wöltjen (doktales).

Infos: www.fraeuleinwunderag.net

Pressestimmen:

"Die "Fräulein Wunder AG" ist der klassische Ausbrecher aus einem Universum, das Hoch- und Popkultur, Kulturvermittlung und Unterhaltung, trennt. (...)

Dabei kommt die Trash-Alliteration The Power of Pussy. Eine unendliche Geschichte des Feminismus im Titel kämpferischer daher, als die Produktion es letztendlich einlöst. Das mag zunächst wie eine Schwäche klingen, ist aber eine große Stärke. In Wahrheit geht es vor allem um eines: künstlerische Grenzen zu überwinden. Paradigmen der heteronormativen Gesellschaft mit Burlesque-Einlagen zum Rap der selbsternannten Akademikerinnen-Schlampe "Lady Bitch Ray" zu unterlaufen.

The Power of Pussy erschafft eine ganz eigene Bühnen-Ästhetik, die dem Regietheater zwar den lackierten Mittelfinger zeigt, aber weitestgehend ohne die klassischen Körperflüssigkeiten-Sauereien des oftmals bemüht provokanten Avantgardetheaters auskommt." Stephanie Drees, "Ewig lockt das Schamhaartoupé" In: Der Freitag, 7. September 2009.

 "...Ein überwiegend unterhalsamer Streifzug durch die Welt des Feminismus. (...) Mitunter wirkt das Chaos durchdacht und führt zu herrlichen absurden Szenen. So versucht Carmen Waack mittels Mixer und Tomaten statistische Erhebungen zur Chancen-Gleichheit am Arbeitsmarkt zu demonstrieren Übrig bleibt ein Haufen Tomatenmatsch und das Sprüchlein von der fehlenden Gewähr. Andere herausragende Momente sind Malte Pfeiffers Monolog über den Neuen Mann, Melanie Hinz beim Zitieren von Valerie Solanas‘ Manifest Zur Vernichtung der Männer und vor allem Vanessa Lutz‘ großartiger Tanz während simultan Charleston-Musik und ein pop-feministischer Fäkal-Hiphop laufen." Janna Kagerer: "Feminismus im Weltall" In: Leipziger Volkszeitung, 7. September 2009.

Eine Koproduktion mit LOFFT Leipzig, Kühlhaus Flensburg und Theaterhaus Hildesheim.

Das Projekt wird gefördert von der Stadt Leipzig, dem Landschaftsverband Hildesheim, Stiftung Leben und Umwelt. Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen und dem Förderverein Gerda-Weiler-Stiftung für feministische Forschung. Medienpartner/innen: Missy Magazine und TAZ. Förderverein Gerda-Weiler-Stiftung für feministische Forschung www.gerda-weiler-stiftung.de